Markt Kreuzwertheim

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Ehrungen von Bürgern für ihr ehrenamtliches Engagement

02.01.2018 Gemäß der bewährten Tradition beendet der Gemeinderat das Sitzungsjahr mit einem gemütlichen Abschlussessen. Das Jahr 2017 war für die Marktgemeinde wieder sehr arbeitsintensiv und die Ergebnisse für unsere Gemeindeentwicklung sind sehr erfolgreich und ausgesprochen positiv. In Kreuzwertheim wird viel angepackt, bewegt und vorangebracht.

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Die Jahresabschlussfeier nahm Bürgermeister Klaus Thoma zum Anlass die Verdienste von Hermann Rösch, Erich Langguth und Gerhard Winzenhöler besonders zu würdigen:
Erich Langguth
Herr Erich Langguth wurde in Wertheim geboren und zog 1937 mit seinen Eltern und seinem Bruder in das neue Haus in Kreuzwertheim. Als Kind war er schon von historischen Dingen umgeben und sein Berufswunsch stand bald für ihn fest: Archivar oder Historiker wollte er werden.
Sein Berufswunsch ging in Erfüllung. Am 1. April 1954 wurde er ehrenamtlicher und ab 1963 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1988 festangestellter Stadtarchivar von Wertheim. Auch als Denkmalpfleger und Städtischer Konservator war er für Wertheim tätig. Er verfasste bis jetzt mehrere hundert Artikel, Aufsätze und andere Veröffentlichungen.
Im Dezember 1958 wurde Herr Langguth vom Marktgemeinderat mit der Bearbeitung und Niederschrift einer Ortschronik beauftragt. Im März 2009 errichtete Erich Langguth die Otto und Erich Langguth-Stiftung. In ihrem jahrzehntelangen Forscherleben haben Otto und Erich Langguth das genealogische Archiv geschaffen, das weitschichtiges Forschungsmaterial samt Fachbibliothek und Bildarchiv zusammenfasst. Dieses Archiv wird unter dem Dach der Stiftung dauerhaft gesichert und zu einer regionalen wissenschaftlichen Forschungsstätte unter dem Aspekt der historischen Migration (Binnen –und Auswanderung) ausgebaut. Das Archiv befindet sich in den Räumen der Alten Schule in Kreuzwertheim.
Im Jahr 2011 hat er zusammen mit Herrn Jürgen Bourdeaux einen genealogischen Workshop beim Geschichts- und Heimatverein Kreuzwertheim durchgeführt. Herr Langguth ist Heimatforscher aus Berufung und Passion. Zu seinem 80. Geburtstag wünschte er sich gesund und geistig fit zu bleiben, um weiter forschen, arbeiten und veröffentlichen zu können. Er war froh darüber, dass ihm der Himmel neben seinem hohen Alter einen klaren Kopf geschenkt habe.
Auch mit seinen inzwischen 94 Jahren ist Herr Langguth körperlich und geistig immer noch sehr fit und verfügt nach wie vor über rhetorische Gewandtheit, prachtvolle Argumentationen und ist ein Genie der Erinnerung. Urlaub hat er eigentlich keinen gebraucht; er ist lieber zu Hause geblieben und hat an „irgendwelchen Arbeiten“ gebastelt. Seine Archivalien sind nach seiner Aussage seine Reiseziele. Er ist noch oft mit dem Fahrrad unterwegs und verrichtet gerne noch kleinere Arbeiten im Garten. Erich Langguth weiß einerseits, wer keine Vergangenheit besitzt, dem fehlt die Zukunft. Doch Herr Langguth verharrt nicht im Vergangenen, sondern lebt anderseits gemäß dem Lehrsatz von Konfuzius, wonach man neues Wissen erwirbt, während du das alte überdenkst, so wirst du anderen zum Lehrer. In diesem Sinne hoffen wir, dass uns Herr Erich Langguth noch ziemlich lange als guter Lehrer erhalten bleibt und uns Geschichte und Geschichten lehrt.

Gerhard Winzenhöhler
Als ein „Kreuzemer Original“ ist der Schuster Gerhard Winzenhöler zu sehen. Der gebürtige Kreuzwertheimer ist hier und in der Umgebung wahrlich kein Unbekannter. Nicht wegen seiner „Krachledernen Gestalt“. Schon als Schüler half er seinem Vater in der elterlichen Werkstatt mit und es war klar, dass auch er das Schuhmacherhandwerk erlernen würde.
Auch mit über 80 ist er noch fast jeden Tag in seiner Werkstatt in der Hauptstraße tätig. Er kennt seine Kunden mit Namen und weiß, wer welche Schuhe bei ihm zur Reparatur abgegeben hatte. Er hat sich Zeit genommen für seine Kunden, was in der heutigen Zeit eher selten ist.
Vor einigen Jahren wurde er gefragt, was einen fast 80-Jährigen täglich zur Arbeit treibt, antwortete er: Die Langeweile. Bei der Arbeit habe er Ablenkung und solange es die Gesundheit mitmacht, möchte er auch weiter arbeiten. Sein Spruch dazu lautete: „Herr, wie Du willst, mir pressiert es nicht“.
Nun könnte man geneigt sein zu sagen „Schuster bleib bei deinem Leisten“. Doch dies wäre angesichts der vielen Aktivitäten und dem großen ehrenamtlichen Engagement von Gerhard Winzenhöler nicht gerecht. Die Redensart wird nämlich im übertragenen Sinne gebraucht. Man verwendet sie, wenn jemand etwas tut oder sagt, obwohl er gar keine Kenntnisse auf dem jeweiligen Gebiet hat. Und dies ist genau das Gegenteil von Gerhard Winzenhölers Charakter, der sich eben nicht da einmischt, wo er keine Ahnung hat.
Übrigens trifft auch die Redensart „Schuster tragen die schlechtesten Schuhe“ auf Gerhard Winzenhöler nach meiner Beurteilung nicht zu. Umgekehrt gab es schon Schuster, die große Philosophen waren und manche Philosophen von Ruf, die große Schuster waren.
Neben seinem Beruf war er auch bei der Feuerwehr ein sehr aktives Mitglied. Von 1970 bis 1976 war er 2. Kommandant und anschließend 6 Jahre zweiter Vorstand. Wenn die Sirene ging, war Herr Winzenhöler fast immer zur Stelle und es fiel ihm sehr schwer, dass er mit 62 Jahren aus dem aktiven Dienst ausscheiden musste. Die Feuerwehr hat ihn aufgrund seiner Verdienste auch zum Ehrenmitglied ernannt.
Ein weiteres Steckenpferd von Herrn Winzenhöler ist der Fußball. Er spielte lange Zeit für den TSV Kreuzwertheim Fußball und war Trainer der Schülermannschaft. Jahrelang war er auch als Schiedsrichter auf dem Spielfeld unterwegs. In der Faschingsgesellschaft hat er viele Jahre als aktives Mitglied mitgewirkt.
Im Jahr 1982 wurden die Königstreuen Kreuzwertheim gegründet; seit dieser Zeit ist er auch Mitglied in diesem Verein und hat schon an vielen Trachtentreffen teilgenommen.
Seine Stammtischbrüder bewundern ihn für sein gutes Gedächtnis. Vor kurzem habe ich mit ihm gesprochen. Schon dabei hat er so viele Haus- und Uznamen, alte Berufe und Originale in wenigen Sätzen untergebracht, dass ich erst hinterher einen Teil davon genau lokalisieren konnte.
Gerhard Winzenhöler ist einer, der den anderen genau aufs Maul schaut, weil er genau zuhören kann, was andere zu ihm sagen und er merkt sich dies auch. Nicht, um irgendjemand zu belehren, sondern um eine gute Geschichte zu erzählen, die auch stimmt.

Hermann Rösch
Hermann Rösch war und ist ein Mann, der sich immer wieder ehrenamtlich einsetzt und hilft, wo er gebraucht wird. Als ehemaliger Landwirt ist er ein naturverbundener und tierlieber Mensch. Er war gar der letzte Milchlieferant von Unterwittbach und hat auch viel Holz für die Gemeinde im gemeindlichen Wald geschlagen und aufgearbeitet.
Sein Motto könnte lauten: „Wo der Pflug vom Rost zerfressen, wird sehr wenig Korn gegessen.“
Da Herr Rösch nicht nur sehr an- und bodenständig ist, sondern handwerklich und zu Recht als sehr geschickt gilt, war er auch bei der Errichtung des Herrenbrünnle sowie der kleinen Quelle am Speyersberg beteiligt. Er engagiert sich auch im kirchlichen Bereich, was sich dadurch zeigt, dass er 24 Jahre Mitglied der Kirchenverwaltung war und auch viele Arbeiten an und in der Kirche verrichtet hat. Auch bei der Unterwittbacher Weihnachtskrippe hat er sein Basteltalent schon bewiesen. Er unterstützte bis heuer auch seine Frau Irmgard bei der Pflege des Pfarrersgrabes.
Die Freiwillige Feuerwehr Unterwittbach, bei der er jahrzehntelang aktives Mitglied war und heute noch passives Mitglied ist, braucht solche Leute wie Herman Rösch. Er hat tatkräftig beim Bau der Wittbachhalle mitgewirkt und beim großen Feuerwehrfest 2002 machte er für die Hinweisschilder am Ortseingang das Gerüst und die Beschriftung. In früheren Jahren hat er im Dorf mit der Trompete zur Feuerwehrübung geblasen.
Hermann Rösch könnte uns also durchaus den Marsch blasen, doch ist er eher ein ruhiger Zeitgenosse, der um sich selbst wenig Aufhebens macht. Und wenn ihm etwas wichtig ist und er etwas zu sagen hat, dann tut er dies auch in geradliniger Art und Weise. Er verbiegt sich nicht, um anderen zu gefallen, sondern geht offen und ehrlich seinen Weg. Da er mit den Örtlichkeiten in Unterwittbach gut vertraut ist, wurde und wird er auch öfters vom Rathaus als Ratgeber und Helfer benötigt. Er ist als kompetenter und zuverlässiger Mann bekannt, mit dem die Zusammenarbeit stets Freude bereitet. Ein kleines Beispiel seiner stillen und hilfsbereiten Art ist die Schöpfstelle am Friedhof. Er hat gesehen, dass dort ein entsprechendes Abstellgitter fehlt bzw. ein solches das Befüllen der Gießkannen wesentlich erleichtern würde. So fertigte er ein solches an und teilte mir, ob ich damit einverstanden wäre, dies dort anzubringen.
Herr Rösch ist aktives Mitglied im Männergesangverein und singt als 2. Tenor. Er hat eine sologeeignete, gute, kräftige und klare Stimme. Zudem hilft er überall mit, wo geschickte Hände benötigt werden wie beim Tischschmuck. Er hat die Begabung schon vorher zu sehen, wo Hilfe benötigt wird, bevor überhaupt gefragt wird.

Aus persönlichen Gründen konnten Herr Langguth und Herr Winzenhöler an der Feierlichkeit nicht teilnehmen.


Ehrungen durch Landrat Thomas Schiebel

Mit einem würdigen, unterhaltsamen Festabend ehrte Landrat Thomas Schiebel bereits am 01.12.2017 in der Karbacher Festhalle verdiente Persönlichkeiten aus dem Landkreis mit bronzenen (25), silbernen (38) und goldenen (11) Verdienstnadeln. Unter den zu Ehrenden waren auch drei Bürger aus der Marktgemeinde Kreuzwertheim vertreten:undefined

„Laudatio Silber“:
Rainer Lange, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Kreuzwertheim
Seit mehr als 25 Jahren leitet Herr Lange den Posaunenchor, unterrichtet den Bläsernachwuchs und koordiniert als Organist und Dirigent des Kirchenchores die Kirchenmusik in Kreuzwertheim und zwar weit über die eigene Kirchengemeinde hinaus: Er unterhält gute Kontakte zur katholischen Gemeinde und hat sich als äußerst zuverlässiger und auch humorvoller Mitstreiter erwiesen.

Stefan Mohr, Bund Naturschutz Kreuzwertheim
Um den Natur-und Umweltschutz in und um Kreuzwertheim hat sich Herr Mohr verdient gemacht: Er ist seit 1990 stellvertretender Vorsitzender der Ortsgruppe und hat seitdem zahlreiche Aktionen
mit seiner hervorragenden Sachkompetenz und unzähligen Arbeitsstunden begleitet, wie zum Beispiel die Pflege von Biotopen, dem Bau von Laichplätzen und Baumpflanzungen.

Andreas Schmidt, Männergesangverein 1881 Kreuzwertheim
Schon sehr lange hält Herr Schmidt seinem Gesangverein die Treue, zunächst als aktiver Sänger, ab 1992 dann als Schriftführer. Dieses Amt übte er insgesamt 18 Jahre aus, ehe er sich 2010 als Vorsitzender zur Verfügung stellte. Seit dieser Zeit steht er an der Spitze und führt seinen Verein vorbildlich und mit großem Engagement.

Die Marktgemeinde Kreuzwertheim sagt "danke" für die geleistete Arbeit und das persönliche Engagement!

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